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#5: Mission: Anmeldung

#5 - Mission Anmeldung

Wer hätte gedacht, dass mein Fahrrad und ich einmal zu einem unschlagbaren Duo im bulgarischen Behörden-Dschungel werden würden? Aber fangen wir von vorne an.

 

Plovdiv, Baby!

Die Immigration befindet sich mitten im Herzen von Plovdiv – also dort, wo sich Touristen, hupende Autos und verwirrte Neuankömmlinge (also ich) die Klinke in die Hand geben. Parkplätze? Eine urbane Legende. Nach zwei Runden um den Block, einem fast illegalen Wendemanöver und einem kurzen Nervenzusammenbruch habe ich beschlossen: Ich fahre mit dem Fahrrad. Und siehe da – Plovdiv hat tatsächlich Fahrradwege! Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Aber mein Drahtesel und ich, wir haben uns durchgeschlagen. Mit wehenden Haaren und einem leicht panischen Blick.

 

Papierkrieg auf Kyrillisch

Für die Anmeldung braucht man zwei Dinge: einen Arbeitsvertrag und einen Mietvertrag. Aber nicht einfach so – nein, notariell beglaubigt und natürlich auf Kyrillisch.  Ohne Unterstützung ist das eigentlich nicht zu machen. Ich bin EU Bürgerin - nicht auszudenken, wie das Prozedere für die anderen sein muss.

 

Nummer ziehen und hoffen 

Das System ist einfach: Man zieht eine Nummer. Dann wartet man. Und wartet. Und wartet. Beim ersten Mal waren es 30 Minuten. Beim dritten Mal 90. Ich hatte genug Zeit, um mir das komplette Leben der anderen Wartenden auszumalen. 

 

 

 

Die Damen vom Amt

Zwei Damen regieren das Reich der Immigration. Sie sind die Hüterinnen der Formulare, die Wächterinnen der Stempel. Freundlich, aber bestimmt. Ich kann ihnen nicht böse sein – ihr Job ist vermutlich so aufregend wie ein leerer Locher. Digitalisierung? Ein Wort, das hier noch nicht angekommen ist. Alles wird handschriftlich notiert, gestempelt, kopiert, gelocht, gestempelt (nochmal) und dann in einem Ordner abgeheftet, der wahrscheinlich älter ist als ich.

 

Drei Besuche später…

  • Besuch 1: Datenaufnahme. Ich sage meinen Namen, sie schreiben ihn auf. In kyrillischer Schönschrift.
  • Besuch 2: Fotoshooting. Leider ohne Make-up und mit Fahrradhelm-Frisur.
  • Besuch 3: Ich bekomme meine ID. Ich bin offiziell angekommen. In Bulgarien. Und im System.

Fazit

Zwei Wochen, drei Besuche und unzählige Stempel später bin ich nun offiziell registriert. Ich habe überlebt – und das ganz ohne Parkplatz. Dafür mit Wissen über Fahrradwege und einem neuen Respekt für alle, die sich durch den bulgarischen Bürokratie-Dschungel schlagen.

Und jetzt? Jetzt gönne ich mir erstmal eine Banitsa. Verdient ist verdient.

 


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