#6 - Die Rumpel-Pumpel Strasse: Die Zufahrtsstrasse zur Arbeit
Als ich im März das erste Mal die Zufahrtsstraße zu meiner neuen Arbeitsstätte sah, war sie bereits eine Baustelle. „Kein Problem“, dachte ich, „bis ich im September starte, ist das sicher erledigt.“ Weit gefehlt!
Im Juni war die Straße abgefräst – ein gutes Zeichen, oder? Doch als ich im September meinen ersten Arbeitstag hatte, war sie immer noch nicht fertig.
Erst im Dezember, nach neun Monaten, konnte man endlich wieder normal zufahren.
Was mich dabei besonders überrascht hat: In Bulgarien wird oft stückweise gearbeitet. Es scheint, als würden die Teams zwischendurch andere Baustellen bedienen. Einmal gab es sogar eine komplette Sperrung. Ich stand ratlos vor der Baustelle und fragte mich: Wie komme ich jetzt zur Arbeit?
Also stieg ich aus und versuchte, mit einem Bauarbeiter zu kommunizieren – natürlich ohne gemeinsame Sprache. Hände, Füße und ein Lächeln waren meine Werkzeuge. Nach einigen Minuten Überzeugungsarbeit wurde ich tatsächlich durch die Baustelle gelotst. Ich denke, mein Gegenüber wusste sich ebensowenig zu helfen, wie ich...
Bis heute weiss ich nicht, warum es so lange gedauert hat. Von meinen Kolleg*innen habe ich immer wieder unterschiedlichste Informationen erhalten. Meine Vermutung: Es lag an den Wasserleitungen.
Mein Fazit: Bulgarische Strassen sind eine Welt für sich - von topmodernen Abschnitten bis hin zu Schlaglochpisten. Aber eines ist sicher: Geduld gehört hier zum Autofahren dazu.




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