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#10 Shift to East in Langenlois - und mein ewiges Hin- und Herreisen zwischen Balkan, Alpen & Eigenheiten

#10: Shift to East in Langelois - und mein ewiges Hin- und Herreisen zwischen Balkan, Alpen & Eigenheiten

Es gibt Orte, an denen ich ankomme und sofort weiß: Ah. Hier funktioniert mein Kopf wieder ein bisschen besser.
Langenlois ist so ein Ort.

 

Dort durfte ich kürzlich für den Businesscircle im Rahmen einer Procurement Veranstaltung (PEx) einen Roundtable Co-hosten. Das Thema war "Shift to East" – fokussiert, klar im Thema und überraschend im Flow. Manchmal entstehen die besten Momente genau dann, wenn man nicht damit rechnet.
Rund.
Echt.

 

Und gleichzeitig war es ein kleiner Heimkehr‑Moment.
Denn so sehr ich mein bulgarisches Kapitel liebe, so sehr genieße ich es auch, ab und zu wieder österreichische Luft zu atmen. Eine Balkanpause, wie ich es nenne. Kurz "BP".
Nicht, weil der Balkan laut wäre – sondern weil er intensiv ist. Und Intensität braucht manchmal einen Resonanzboden, der sich nach Zuhause anfühlt.

 

Ein neuer guter Freund schaut jedes mal leicht beleidigt, wenn ich das Wort „Balkanpause“ nur ausspreche.
Er meint, er fühlt sich diskriminiert.
Ich meine, Wien ist geografisch gesehen bereits Balkanvorhof.
Er meint dann gar nichts mehr.
Wir verstehen uns prächtig.

 

 

 

Was ich in Bulgarien gelernt habe: Der Frühling kommt dort nicht einfach irgendwann.

Er wird eingeladen.

Ab dem 1. März tragen alle ein rot‑weißes Band – die Martenitsa. Dieses wird auch mit grosser Freude und guten Wünschen unter Freund*innen und Kolleg*innen verschenkt. 
Sie steht für Gesundheit, Neubeginn und das sanfte Erwachen der Welt.
Sie ist klein, aber symbolisch so aufgeladen wie ein Sonnenaufgang nach einer langen Nacht.

Und das Beste:
Man trägt sie so lange, bis man den Frühling wirklich sieht. Nicht im Kalender, sondern im echten Leben:

  • ein Storch,
  • eine Schwalbe,
  • ein blühender Baum.

Dann darf die Martenitsa ab. Viele hängen sie an einen Ast, als würde man dem Frühling zuflüstern: Danke, dass du wieder da bist.

Meine hängt noch.
Vielleicht, weil ich mir wünsche, einen Storch in Echt zu sehen. Die leben hier nämlich wirklich.

 

Vielleicht auch, weil manche Dinge erst dann zu Ende gehen sollen, wenn sie bereit sind.
Oder ich.

 

 


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